Pathologisches Institut
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AG Jens Neumann

AG Jens Neumann

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Kontakt: Prof. Dr. med. Dr. med. univ. Jens H.L. Neumann


Aktuelle Publikationen in PubMed (Neumann J)


Stellvertretender Leiter der Projektgruppe Gastrointestinale Tumore, Tumorzentrum München (TZM) an den Medizinischen Fakultäten der Ludwig-Maximilian-Universität und der Technischen Universität

Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Gastrointestinale Pathologie der Deutschen Gesellschaft für Pathologie (DGP)

Mitglied der Working Group Digestive Diseases der Europäischen Gesellschaft für Pathologie (ESP)

Mitglied der Abteilung Experimentelle Krebsforschung (AEK) sowie der Arbeitsgemeinschaften Onkologische Pathologie (AOP) und Internistische Onkologie (AIO) und der Deutschen Krebsgesellschaft

 


Mitglieder

  • Dr. med. Christine Woischke


Aktuelle Doktoranden

  • Maximilian Dullinger
  • Marianne Ehrnsperger
  • Nicole Max
  • Thomas Schneider
  • Francesco Taverna
  • Meliha Wasem

Forschungsprojekte

Unsere Arbeitsgruppe beschäftigt sich vorwiegend mit Aspekten der gastrointestinalen Pathologie. Die gastrointestinale Pathologie umfasst entzündliche und neoplastische Veränderungen des Magen-Darm-Traktes einschließlich der Leber, des Pankreas und der ableitenden Gallenwege. Dabei liegt unser Fokus auf translationalen Konzepten mit dem Anspruch Forschungsergebnisse aus der Grundlagenforschung mit der praktischen klinischen Anwendung zu verbinden. Um dies zu gewährleisten arbeitet unsere Arbeitsgruppe eng mit verschiedenen klinischen Forschungsgruppen an beiden Standorten des Klinikums der Universität München zusammen. Im Rahmen von Kooperationsprojekten mit der Pulmologie und der Onkologie werden auch Projekte die sich mit neoplastischen und nicht-neoplastischen Erkrankungen der Lunge beschäftigen bearbeitet.


Organotrope Metastasierungsmuster beim Dickdarmkarzinom

Das kolorektale Karzinom (KRK) gehört weltweit zu den häufigsten Karzinomen und ist in Deutschland bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste maligne Tumorerkrankung. Die klinische Relevanz des KRK ergibt sich weiterhin daraus, dass im Krankheitsverlauf häufig Fernmetastasen auftreten. Die Prognose der Erkrankung hängt ganz entscheidend von Muster und Anzahl der befallenen Organe ab.

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Abbildung 1: Häufigkeit lokoregionärer sowie metastasierter KRK-Fälle sowie der Häufigkeit des Organbefalls.

Die Therapiewahl und Prognose des einzelnen KRK-Patienten werden neben Anzahl und Lokalisation der Metastasen, Resektabilität, Alter und Komorbiditäten des Patienten von der zugrundeliegenden Tumorbiologie maßgeblich beeinflusst. Hieraus ergeben sich die unterschiedlichen Behandlungsstrategien. Es steht eine Vielzahl von systemischen Substanzen (Chemotherapeutika, Antikörper, zielgerichtete Therapien, Immuntherapie) und lokalen Therapieverfahren (moderne Techniken der Leber- und Lungenchirurgie, Radiofrequenzablation, Brachytherapie) zur Verfügung, wodurch die Therapie von KRK-Metastasen eine interdisziplinäre Herausforderung geworden ist.
In Vorarbeiten unserer Arbeitsgruppe konnte gezeigt werden, dass insbesondere KRK die zu einer Lebermetastasierung führen, signifikant häufiger Mikrosatelliten-stabil sind und eine Expression von nukleärem β-Catenin sowie von Stammzellmarkern (CD133) aufweisen. Hieraus wurde ein Algorithmus entwickelt, der das Metastasierungspotential von KRK unter Einsatz von nur drei Biomarkern vorhersagt.

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Abbildung 2: Links: Algorithmus zur Abschätzung des Metastasierungsrisikos anhand von Biomarkern (hMLH1, CD133 und β-Catenin). Rechts: Immunhistochemie für MLH1 (A, B), CD133 (C, D) und β-Catenin (E, F). Links jeweils mit negativer und rechts mit positiver Färbung für die jeweiligen Marker.

Darauf aufbauend konnten wir in weiteren Studien zeigen, dass diese Marker-Konstellation (Deregulation im Wnt/β-catenin-Signalweg und Überexpression von Stammzellassoziierten Markern wie CD133) bei der Entwicklung von ZNS-Metastasen oder einer Peritonealkarzinose eher eine untergeordnete Rolle zu spielen scheinen. Diese Daten deuten darauf hin, dass für den hämatogenen Metastasierungsweg in die Leber Stammzelleigenschaften sowie die Aktivierung des Wnt/β-catenin-Signalweges relevant sind, während hingegen Tumore mit fehlenden Stammzelleigenschaften vermutlich eine lokal-aggressive Erkrankung darstellen.

 

Bedeutung des extrakapsulären Wachstums von Lymphknotenmetastasen beim Magenkarzinom

Das Magenkarzinom stellt trotz rückläufiger Inzidenz weiterhin weltweit die dritthäufigste Karzinom-bedingte Todesursache dar. Bei der Auswahl möglicher Therapieoptionen wird aktuell die Klassifikation nach Lauren und die auf der TNM-Klassifikation beruhenden UICC Stadien herangezogen. Aktuelle Therapiestandards in den Stadien I bis III beruhen auf der chirurgischen Resektion in Verbindung mit einer neoadjuvanten, perioperativen Chemo- oder Radiochemotherapie. In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass das histomorphologische Wachstumsmuster von Lymphknotenmetastasen (intra- vs. extrakapsuläres Metastasenwachstum) eine deutliche Korrelation mit dem Patientenüberleben zeigt. Die schlechtere Prognose von Magenkarzinomen mit extrakapsulär wachsenden Lymphknotenmetastasen ist dabei unabhängig vom Tumorstadium und der Lauren Klassifikation (diffus vs. intestinal). Magenkarzinome mit extrakapsulär wachsenden Lymphknotenmetastasen scheinen daher eine Subgruppe von Tumoren mit hoher Aggressivität zu repräsentieren. In einer Studie konnte unsere Arbeitsgruppe zeigen, dass unter anderem die Überexpression des Stammzellmarkers SOX9 mit einer vermehrten Rate von Lymphknotenmetastasen mit extrakapsulärem Wachstum korrelieren.

 

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Abbildung 3: Lymhknotenmetastase eines Magenkarzinoms mit extrakapsulärem Wachstum (A). Ein extra-kapsuläres Wachstum der Lymphknotenmetastasen korreliert mit schlechterem Überleben (B). Eine starke SOX9 Expression in den Tumorzellen korreliert mit einer vermehrten Rate von Lymphknotenmetastasen mit extrakapsulärem Wachstum (C – E).

 

Klinische Kooperationspartner an der LMU München


Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie, Klinikum Großhadern

  • Prof. Dr. med. Martin Angele
  • Dr. Florian Bösch
  • PD Dr. med. Tobias Schiergens
  • PD Dr. med. Jan D’Haese

Institut für Medizinische Informatik Biometrie Epidemiologie

  • Prof. Dr. med. Jutta Engel, MPH

Medizinische Klinik II, Klinikum Großhadern

  • Prof. Dr. med. Julia Mayerle
  • Prof. Dr. med. Jörg Schirra
  • PD Dr. med. Enrico de Toni
  • Dr. med. vet. Jessica Grill

Medizinische Klinik III, Klinikum Großhadern

  • Prof. Dr. Volker Heinemann
  • PD Dr. Marlies Michl
  • PD Dr. med. Dominik Modest

Medizinische Klinik V, Klinikum Innenstadt

  • Prof. Dr. med. Jürgen Behr
  • Dr. med. Amanda Tufman

Abteilung für Klinische Pharmakologie

  • PD Dr. med. Sebastian Kobold

Klinik und Poliklinik für Radiologie

  • Prof. Dr. med. Jens Ricke

Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

  • Prof. Dr. med. Claus Belka
  • Dr. med. Farkhad Manapov

 

 

 

stand 11.03.2019