Pathologisches Institut
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AG Thomas Knösel

Kontakt: Prof. Dr. med. Thomas Knösel

Aktuelle Publikationen in PubMed (Knösel T)     (> english homepage)

 

Interessengebiete:

Gastrointestinale Pathologie
Tumoren des Weichgewebes

 

Translationale Tumorforschung

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Immunhistochemie                                                        Überführen von molekularpathologischen Daten in
                                                                                    diagnostische und prognostische Subgruppen

 

Methoden:


-TMAs (Tissue Micro Arrays) zum Erstellen von Tumorkollektiven
-Evaluation verschiedener Biomarker
-Proteinebene (Immunhistochemie)
-DNA-Ebene (FISH)
-RNA-Ebene (RNA in situ Hybridisierung)
-Mutationsanalytik schon bekannter und neuer Mutationen
-Zellkultur

 

 

Chromosomale Signaturen und Immunprofile in der Tumorprogression kolorektaler Karzinome


Bösartige Neubildungen des Kolorektums sind die zweithäufigste Krebstodesursache bei Männern und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Frauen. Die Tumorprogression und die Metastasierung sind verantwortlich für die meisten Todesfälle. Deshalb ist ein primäres Ziel unserer Forschung nicht nur die molekulare Kanzerogenese des Primärtumors, sondern auch der Prozeß der Metastasierung. Mit Hilfe der Comparativen Genomischen Hybridisierung (CGH) wurden 85 kolorektale Karzinome analysiert und verschiedene neue genomische Alterationen detektiert, die mit bestimmten Metastasierungwegen assoziiert sind. Einzelne Tumorzellen scheinen ein Metastasierungpotential ("ready to go package") zu haben, das es den Zellen ermöglicht, die verschiedenen Schritte der Metastasierung, wie Ablösung vom Primärverband, Fähigkeit zur Intravasation, zur Extravasation und zum klonalen Wachstum einer Metastase im ortsfremden Gewebe, zu vollziehen. Diese Alterationen scheinen zum Teil schon im Primärtumor zu existieren. Die Ergebnisse werden auch von anderen Arbeitsgruppen bestätigt, die chromosomale Alterationen von einzeln disseminierten Tumorzellen im Knochenmark untersuchten und feststellten, dass z. T. die gleichen Alterationen bereits im Primärtumor vorlagen. Um einen zytogenetischen Einblick in den komplexen Vorgang der Metastasierung und auch der organspezifischen Metastasierung zu geben, stellen wir anhand unserer Ergebnisse ein Tumorprogressionsmodell mit typischen chromosomalen Veränderungen auf. Zum anderen sind entsprechende Kandidatengene auf Proteinebene mittels Immunhistochemie validiert und mit den CGH Ergebnissen korreliert worden, wie COX-2 auf 1q25.2-q25.3 und c-erbB2 auf 17q12-q21, welche mit einem kürzeren Überleben korrelierten. Diese Untersuchungen erfolgten bereits mit den sogenannten Gewebearrays (TMAs), mit deren Hilfe ein großes und gut charakterisiertes Tumorkollektiv erstellt worden ist. Mit Hilfe einer multiplexen Analyse dieser TMAs in aufeinanderfolgenden Serienschnitten (3D-TMAs) konnten mehrere interessante Kandidatengene analysiert und evaluiert werden. Es konnte gezeigt werden, dass mit Hilfe des hierarchischen Clusterns verschiedene Immunprofile erstellt werden, die signifikant mit den klinisch-pathologischen Parametern korrelierten und somit als prognostisch und diagnostisch wichtige Signaturen dienen können. Diese Signaturen werden die morphologisch ähnlichen oder gleichen Neoplasien molekularpathologisch weiter subklassifizieren und eine individualisierte Therapieplanung möglich machen.

(Stand:11.04.2012)

Verantwortlich für den Inhalt: Prof. Dr. Thomas Knösel