Pathologisches Institut
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Obduktion / Autopsie

"Nam qui plura inciderunt, aut inspexerunt, hi saltem,
 cum illi minime dubitant, ipsi dubitare didicerunt."

Denn diejenigen, die vieles aufgeschnitten oder häufig [bei Leichenöffnungen] zugesehen haben, diese haben wenigstens gelernt zu zweifeln, wo jene [andere] gar nicht zweifeln. (Morgagni, um 1761, Band II, Brief XVI, Art. 25)
Ausschnitt aus "The Anatomy Lesson of Dr. Nicolaes Tulp" von Rembrandt (1632)*

Die sogenannte klinische Obduktion dient der genauen Untersuchung der bei einem Verstorbenen vorliegenden Krankheitsveränderungen, insbesondere der Feststellung des zum Tode führenden Grundleidens sowie der Todesursache. Sie wird von entsprechend ausgebildeten Ärzten (Fachärzten für Pathologie) durchgeführt.

Trotz der großen Fortschritte in den klinisch anwendbaren diagnostischen Verfahren hat die klinische Obduktion auch in unserer Zeit eine große Bedeutung für die Krankheitsforschung, die Ausbildung der Medizinstudenten, die Weiterbildung klinisch tätiger Ärzte und nicht zuletzt für die Qualitätssicherung einer sich ständig weiterentwickelnden Medizin. Sie dient somit der Qualitätssicherung und Überprüfung ärztlichen Handelns im Bezug auf Diagnose und Therapie, der Lehre und Ausbildung, der Epidemiologie sowie der medizinischen Forschung.

Die klinische Obduktion kann auch bei versicherungsrechtlichen Fragen, z.B. zur Feststellung eines ursächlichen Zusammenhangs zwischen einer Berufserkrankung und dem Tod eines Patienten, herangezogen werden. Eine klinische Obduktion kann zudem von den Gesundheitsbehörden aus seuchenhygienischen Gründen angeordnet werden.

Die klinische Obduktion ist zu unterscheiden von der in der Regel von der Staatsanwaltschaft angeordneten Obduktion bei unklaren Todesfällen oder bei Verdacht auf Eigen- oder Fremdverschulden bei Eintritt des Todes. Diese Obduktionen werden in Instituten für Rechtsmedizin durchgeführt.

* Rembrandt, 1606-1669, Canvas, 169.5 x 216.5 cm, in Mauritshuis, The Hague.