Pathologisches Institut
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

Immunhistochemie

Immunologische Reaktionen zwischen Antigenen und spezifischen monoklonalen oder polyklonalen Antikörpern stellen den ersten Schritt jeder immunhistologischen Färbung dar. Der zweite Schritt besteht in der Detektion der entstandenen Antigen-Antikörper-Komplexe durch eine Farbreaktion. Bei der "direkten" Methode sind die Markermoleküle (fluoreszierender Farbstoff, Enzym, kolloidales Gold), die als Ausgangspunkt oder Katalysator der Farbreaktion dienen, direkt an den spezifischen Primärantikörper gebunden. Bei den "indirekten" Methoden, die in der diagnostischen Immunhistologie heute überwiegend angewendet werden, werden zusätzliche immunologische oder chemische Reaktionen zwischengeschaltet.

Die Ankoppelung von Brückenmolekülen, die gegen den Primärantikörper gerichtet sind, ermöglicht es hierbei, daß eine erheblich größere Zahl an Markermolekülen im Bereich des Antigens gebunden werden kann und die Farbreaktion entsprechend stärker ausfällt. Die gebräuchlichsten Detektionssysteme sind die Peroxidase-anti-Peroxidase-Technik (PAP), die Alkalische-Phosphatase-anti-alkalische-Phosphatase-Technik (APAAP) und die Avidin-Biotin-Komplex-Technik (ABC).

Da eine Reihe von Antigenen durch die Formalinfixation verändert werden, ist es häufig notwendig, diese durch Vorbehandlung der Schnitte, z.B. durch Mikrowellenbehandlung oder proteolytische Enzyme, zu demaskieren.

Die Immunhistologie hat zu einer Zunahme der diagnostischen Präzision in der Pathologie geführt. Die Beurteilung immunhistologischer Färbungen bedarf jedoch der morphologischen Erfahrung. Dabei sind profunde Kenntnisse der jeweiligen Histo- und Zytopathologie, der Reaktionsmuster, die Beachtung von internen oder externen Positivkontrollen und die Berücksichtigung von unspezifischen Anfärbungen wichtig. Die Färbeergebnisse müssen im Kontext mit den übrigen morphologischen Befunden interpretiert werden. Nur in wenigen Fällen führt das immunhistologische Reaktionsmuster auf eine einzige diagnostische Entität. In der Regel ergibt sich eine Differentialdiagnose von verschiedenen Möglichkeiten, die mit Blick auf die übrigen morphologischen Befunde und unter Berücksichtigung auch der klinischen Konstellation abgewogen werden müssen.

Wesentliche, derzeit in der diagnostischen Beurteilung gebräuchliche immunhistologische Marker und die nachgewiesenen Antigene bzw. Zellen sind in dieser Liste beispielhaft aufgeführt. Dabei sind bei zahlreichen Antikörpern Kreuzreaktionen mit anderen Zelltypen bekannt, die bei der diagnostischen Zuordnung zu berücksichtigen sind.