Pathologisches Institut
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Gefrierschnitt- / Schnellschnittuntersuchung

Das Haupteinsatzgebiet der Gefrierschnittuntersuchung (Schnellschnitt) ist die intraoperative Beurteilung der Dignität von unklaren Herdbefunden und der Tumorfreiheit von Schnitträndern. Ihr Vorteil liegt darin, dass eine Einbettung in Paraffin entfällt und sie somit schnell (noch während der laufenden Operation) durchzuführen ist. Der Nachteil besteht in einer etwas schlechteren Beurteilbarkeit des  Gewebes sowie darin, dass viele Spezialuntersuchungen an dem so bearbeiteten Material nicht möglich sind.

Bei der Diagnosesicherung von malignen Lymphomen ist eine Gefrierschnittuntersuchung kontraindiziert, da die Qualität der Präparate nach anschließender Fixierung und Paraffin-Einbettung stark reduziert ist. Die zytopathologische Beurteilung ist hierdurch wesentlich einschränkt und immunhistologische Zusatzuntersuchungen, die in der Regel notwendig sind, sind häufig nicht mehr durchführbar.

Gefrierschnitte sind notwendig für die meisten enzymhistochemischen Untersuchungen am Gewebsschnitt, z.B. beim Verdacht auf eine Innervationsstörung des Darmes (M. Hirschsprung) oder zur Differenzierung der verschiedenen Typen von Skelettmuskelfasern.

Die Asservierung von tiefgefrorenem Frischgewebe ist darüber hinaus notwendig und sinnvoll, wenn molekularpathologische Analysen von DNA oder RNA geplant sind. Dies ist zunehmend nicht nur von wissenschaftlichem Interesse, sondern auch von diagnostisch-therapeutischer Relevanz.

Für eine Gefrierschnittuntersuchungmuß das Gewebe nach der Entnahme

1. frisch und unfixiert sein;

2. rasch in die Pathologie, z. B. per Bote oder Taxi (möglichst innerhalb von 30 min) gebracht werden und ggf. bei längerem Transportweg gekühlt werden.